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Informationen für Fachleute


Im Folgenden haben wir relevante Informationen zusammengestellt für Fachleute der
  • Jugendhilfe
  • Jugendämter
  • Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • Kliniken für Erwachsenenpsychiatrie
  • sozialpsychiatrischen Versorgungssysteme
Das Robert Perthel-Haus ist eine intensivpädagogisch-therapeutische Einrichtung der Eingliederungshilfe im Rahmen der Jugendhilfe nach §§ 35, 35a, 41 SGB VIII. Die Ausgestaltung der Hilfe orientiert sich am individuellen Bedarf und wird im Rahmen des Hilfeplanverfahrens nach § 36 SGB VIII in Zusammenarbeit aller Beteiligter verbindlich vereinbart.

Die Fachaufsicht erfolgt in den einzelnen Betreuungsfällen durch die jeweils örtlich zuständigen Jugendhilfeträger. Die Heimaufsicht wird durch das Landesjugendamt beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) wahrgenommen, die auch die Betriebserlaubnis nach § 45 SGB VIII erteilt hat.

Kostenträger sind die Jugendämter bzw. in Ausnahmefällen der Landschaftsverband Rheinland (LVR).
Das Robert Perthel-Haus ist eine Einrichtung der Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII für Jugendliche und junge Erwachsene, die von psychischer Erkrankung betroffen oder von seelischer Behinderung bedroht sind. Im Sinne dieses Gesetzes liegt eine seelische Behinderung (siehe SGB VIII, Behinderung und Beruf) bzw. drohende seelische Behinderung vor und führt zu diesem gesetzlichen Anspruch auf Hilfe, wenn bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen
  • die seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6 Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher
  • ihre Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt ist oder eine solche Beeinträchtigung zu erwarten ist.
Eine Diagnose nach ICD 10 V (Kapitel F), die zu einem komplexen, fachübergreifenden Hilfebedarf führt, muss vorliegen. Aus konzeptionellen Gründen sollte beim jungen Menschen die Motivation, am Erfolg der Maßnahme mitzuwirken, vorhanden sein.

Die Intensivpädagogische Verselbständigung (IPV) richtet sich insbesondere an die jungen Menschen, die trotz ihrer Erkrankung den Wunsch und den Willen nach einer möglichst eigenständigen Lebensführung und Wohnform haben, aber dennoch einen eigenen hohen Unterstützungsbedarf sehen. Die IPV baut auf den individuellen Fähigkeiten und Ressourcen auf.
Das Aufnahmealter liegt
Aufnahmediagnose
Folgende Diagnosen nach ICD-10 Kapitel V (F) können zur Aufnahme führen, wenn aufgrund dessen ein fachübergreifender, komplexer Hilfebedarf vorliegt, der zu einer Einschränkung der Teilhabefähigkeit führen könnte:
Ein vorausgehender klinischer Aufenthalt ist für die Aufnahme im Robert Perthel-Haus nicht erforderlich. Die Vermittlung kann auch aus einer ambulanten Behandlung heraus oder durch einen niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiater angeregt werden, um einem Klinikaufenthalt vorzubeugen.
Fachübergreifender, komplexer Hilfebedarf
Der komplexe Hilfebedarf mit einer multidimensionalen Perspektive beschreibt eine Situation, die die Kooperation mindestens der nachfolgenden Institutionen erforderlich macht:
  • Jugendhilfe
  • Schule
  • Arbeitsagentur
  • Kinder- und Jugendpsychiatrie / -psychotherapie
  • häufig noch weiterer Kooperationspartner
Ein komplexer Hilfebedarf liegt vor, wenn alternierend
  • die multiprofessionelle Analyse der »Störung« ergibt, dass verschiedene Hilfsansätze gleichzeitig oder in einem abgestuften Hilfekonzept notwendig sein werden oder
  • die Hilfsansätze unterschiedlicher Professionen zum Einsatz kommen sollen, um den Hilfeerfolg und die Stabilisierung des Erfolges sicherzustellen oder
  • eine Abstimmung über die Einsatzform und den Einsatzpunkt der unterschiedlichen Hilfearten unabdingbare Voraussetzung für den erfolgreichen Verlauf der Hilfe ist.
Ausschlusskriterien
Bei Vorliegen folgender Aspekte ist eine Aufnahme im Robert Perthel-Haus (noch) nicht möglich:
  • »gravierende« Lernbehinderung, geistige Behinderung
  • im Vordergrund stehender Suchtmittelkonsum
  • Dissozialität oder Störung des Sozialverhaltens
  • akut psychotische Symptomatik
  • akute Suizidalität
  • Menschen, die aufgrund bestehender Behinderung oder Krankheit einer intensiven pflegerischen Versorgung oder spezielle Ausstattung bedürfen
Die Arbeitshilfen des LVR zum § 35a SGB VIII finden Sie hier.
Grundsätzliche Ziele im Rahmen des § 35a SGB VIII sind
  • Erarbeitung eines selbstbestimmten bzw. von Autonomie geprägten Lebens (weitestmögliche Verselbständigung)
  • Entwicklung und Umsetzung einer realistischen schulisch-beruflichen Perspektive
  • nachholende Persönlichkeitsentwicklung, Positionierung zur Herkunftsfamilie / Ablösungen vom Elternhaus
  • Vorbereitung auf eine eigene Wohnung
  • adäquates Freizeitverhalten, adäquate Peergroup-Kontakte
  • adäquate Partnerbeziehungen
  • eigenverantwortlicher Umgang mit der psychischen Erkrankung und Entwicklung eines Krankheits- und Gesundheitskonzeptes
  • Stabilisierung nach psychischer Krise durch gezielte pädagogische und therapeutische Förderung (Regulation des Erlebens und Verhaltens)
  • … um dadurch Hoffnung, Optimismus, Zufriedenheit und Lebensqualität zu fördern.
Die individuellen Ziele der Betreuung werden auf der Grundlage des § 36 SGB VIII mit allen Beteiligten in der Hilfeplanung erarbeitet.
Bei den Leistungen des Robert Perthel-Hauses handelt es sich um Eingliederungshilfe in der Jugendhilfe nach § 35a SGB VIII.
  • Sicherstellung der Regelversorgung
  • Strukturierung des Tagesablaufes und Vermittlung lebenspraktischer Fertigkeiten
  • Pädagogische / sozialpädagogische Betreuung und Beratung
  • Mitwirkung bei der schulisch-beruflichen Förderung
  • Transfer therapeutischer Aufgaben in den Alltag
  • Einzelbetreuung / Gruppenbetreuung
  • Psychoedukation
  • Einzelfallbezogene Kooperation mit anderen Institutionen
  • Gewährleistung des Kinderschutzes
  • Stärkung der Persönlichkeit
  • Förderung der emotional-sozialen Kompetenz
  • Stärkung der Gruppenfähigkeit
  • Förderung der Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben
  • Projektbezogene Freizeitaktivitäten
  • Betreuung während eines Klinikaufenthaltes
  • Soziotherapie
Die Personalbemessung für die Jugendhilfeeinrichtung Robert Perthel-Haus wurde auf Grundlage des Rahmenvertrages I des Landes NRW (Stand: 01.06.2003/14.06.2007) entwickelt. Die intensivpädagogisch-therapeutische Ausrichtung der stationären und ambulanten Angebote erfordert multiprofessionelles Fachpersonal mit Berufserfahrung sowie spezifischen Zusatzausbildungen.

Bei unserem stationären intensivpädagogisch-therapeutischen Angebot handelt es sich um Schichtdienst-Gruppen mit einer Betreuungsdichte von 1:1,00.

Für die Betreuung während der Phase der zeitlich begrenzten, internen / externen Verselbständigung werden aus den Fachkräften der stationären und ambulanten, intensivpädagogischen Betreuungsangebote fallweise Betreuungsteams zusammengestellt. Diese steuern die Verselbständigungsprozesse während des Übergangs von der stationären in die ambulanten Betreuungsformen.

In allen Bausteinen ist eine 24-stündige Präsenz oder Erreichbarkeit gewährleistet.

Die Teams und einzelnen Mitarbeitende werden unterstützt und gefördert durch regelmäßig stattfindende, strukturierte Einzelgespräche, Gruppenbesprechungen, Fallbesprechung, Hausversammlungen, Personalgespräche, kollegiale Beratung, Supervision sowie interne und externe Fortbildung.
Aufnahmekriterien
Im Aufnahmeverfahren werden u.a. folgende Kriterien geprüft:
  • das klinisch-psychiatrische Syndrom
  • das Maß an psychosozialer Stabilität
  • eine angemessene Konfliktlösungsbereitschaft
  • die Bereitschaft, sich betreuen und beraten zu lassen
  • die Bereitschaft eine geeignete schulisch-berufliche Maßnahme in Vollzeit zu absolvieren bzw. auf dem Weg dorthin alle erforderlichen Schritte aktiv mitzugestalten
  • der Wille und das Ziel, sich weiterzuentwickeln
  • die Bereitschaft zur Schaffung einer funktionierenden Tagesstruktur
  • die Regel- und Gruppenakzeptanz im Sinne des Betreuungsvertrages
  • eine Motivation zur psychiatrischen bzw. psychotherapeutischen Behandlung
  • Die Bereitschaft der Angehörigen zur Mitarbeit ist ausdrücklich erwünscht und wird gefördert.
Anfragen
Aufnahmeanfragen können grundsätzlich durch folgende Institutionen und Personen erfolgen:
  • Jugendämter als Fallverantwortliche im Rahmen des SGB VIII
  • Kliniken der Kinder- und Jugend- sowie der Erwachsenenpsychiatrie
  • Reha-Kliniken
  • niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten
  • Einrichtungen der Jugendhilfe
  • Betreutes Wohnen nach SGB VIII oder SGB XII
  • Gesetzliche Betreuer
  • junge Menschen und deren Angehörige
Aufnahmeverfahren
Neben einer Aufnahme in eine stationäre pädagogisch-therapeutische Intensivwohngruppe ist auch ein Direkteinstieg in ein Verselbständigungsappartement oder in den Bereich Intensivpädagogische Verselbstständigung möglich. Das Aufnahmeverfahren ist standardisiert:
  1. Die Anfrage bzw. die Kontaktaufnahme erfolgt bei der Pädagogischen Leitung des Robert Perthel-Hauses.
  2. Der Pädagogischen Leitung werden Arztberichte, Entwicklungsberichte und andere aussagekräftige Unterlagen zugesandt.
  3. Nach Prüfung der Unterlagen erfolgt ein Informationstermin im Robert Perthel-Haus.
  4. Bei positivem Verlauf kann der junge Mensch in der Einrichtung hospitieren oder an gruppeninternen Aktivitäten teilnehmen. Hospitationen werden durch pädagogisches Fachpersonal begleitet.
  5. Bei Aufnahmeinteresse seitens des jungen Menschen ist von diesem der ausgefüllte Bewerbungsbogen an das Robert Perthel-Haus zu senden, der im Vorgespräch ausgehändigt worden ist.
  6. Die Auswertung des Erstgespräches, der Hospitation sowie das Vorliegen des ausgefüllten Bewerbungsbogens sind Grundlage für eine Aufnahmeentscheidung durch das Robert Perthel-Haus.
  7. Haben sich der junge Mensch, das Team des Robert Perthel-Hauses, die Personensorgeberechtigten sowie das Jugendamt (eine Kostenzusage muss vorliegen) für eine Betreuung durch das Robert Perthel-Haus entschieden, wird ein Aufnahmetermin vereinbart.
Ansprechpartner
Herr Weinmann (Pädagogische Leitung)
Telefon (0221) 76801-17
Telefax (0221) 76801-20
Mail i.weinmann@robertperthel-haus.de
Der Betreuungs- und Versorgungsauftrag nach § 35a SGB VIII umfasst einen sich überschneidenden Doppelauftrag aus erzieherischen Hilfen und Eingliederungshilfe. Infolgedessen werden, je nach biographischem und krankheitsgeschichtlichem Hintergrund, sich ergänzende sozialpädagogische, pädagogisch-therapeutische, soziotherapeutische, psychotherapeutische und milieutherapeutische Methoden eingesetzt.
  • Personale Begegnung
  • Alltag
  • Tagesstruktur / alltagsorientierende Soziale Arbeit
  • Haushaltsführung
  • Gruppenalltag
  • Partizipation und Mitbestimmung
  • Einzel- und Gruppenbetreuung
  • Betreuung während eines Klinikaufenthaltes
  • Schule, Arbeit und Beschäftigung
  • Freizeitgestaltung
  • Erlebnispädagogik
  • Gartenprojekt, Musikprojekt, MTB-Projekt, Kreativprojekt u.a.
  • Ferienfreizeiten
  • Zweckungebundenes Tun
  • Unterstützung der ambulanten, begleitenden und integrativen Hilfen
  • Transfers therapeutischer Arbeitsaufträge
  • Sozialtherapie
  • Niederschwellige Gruppentherapie
  • STEPPS-Gruppentraining
  • Psychoedukation
  • Strukturqualität
  • Leistungsbeschreibung, Einrichtungskonzept sowie modulspezifische Kurzkonzepte
  • 24-Stunden-Betreuung (Schichtdienst und Rufbereitschaft)
  • Bezugsbetreuersystem
  • Hilfeplanung
  • standardisiertes Dokumentationswesen, Besprechungs- und Konferenzstruktur
  • regelmäßige Team- und Fallsupervision, Fortbildung